Kuala Lumpur

Kuala Lumpur: Wohnen, Einkaufen, Leben, Kosten

Kuala Lumpur, die Hauptstadt Malaysias – 10 Wochen waren wir hier und ich werde dir unsere Erlebnisse und Eindrücke, wie immer, so gut und detailliert wie möglich schildern. Aus organisatorischen Gründen waren wir dieses Mal in keinem anderen Teil Malaysias. Nach 10 Wochen Sri Lanka und den ganzen Problemen, die diese Zeit mit sich brachte, hatten wir einfach keine Lust mehr auf den Aufwand mit Internet und Co. Zumal wir uns erkundigt haben und es mit Internet in Malaysia außerhalb der Städte wohl ähnlich schwierig ist, wie in Sri Lanka. Für andere mögen 15 mbps reichen; für uns nicht. In diesem Artikel geht es erst einmal um die praktischen Dinge: Wohnen, Internet, Einkaufen – das tägliche Leben.

1. Kuala Lumpur in a nutshell: Zwischen Tradition und Moderne

Kuala Lumpur zählte Stand 2020 1,98 Millionen Einwohner und ist damit etwas größer als Hamburg, das nach ganz aktuellem Stand 1,84 Millionen Einwohner zählt. 

Die Stadtbilder sind allerdings kaum zu vergleichen. Während Kuala Lumpur („KL”) mit unzähligen Wolkenkratzern nach den Sternen greift, geht es in HH doch eher gemütlich zu. Im Vergleich zu Frankfurt sprechen die Zahlen für sich: Auf einer der vielen globalen Listen der Städte mit den meisten Wolkenkratzern liegt Kuala Lumpur mit 105 Wolkenkratzern auf Platz 13 und Frankfurt mit 17 Wolkenkratzern auf Platz 71. 

Der „Merdeka PNB 118” Tower, auch KL118, wurde kürzlich fertig gestellt und ist mit 678,9 m das höchste Gebäude Malaysias und das zweithöchste Gebäude der Welt. Höher ist nur der Burj Khalifa in Dubai. Merdeka hat damit die „Petronas Towers” in KL (452 m) auf den zweiten Platz verdrängt. 

Auch sonst ist die Hauptstadt Malaysias, das als Schwellenland gilt, ein buntes Mischmasch aus Alt- und Neuzeit. Riesige Mega Malls, in denen man einen ganzen Tag verbringen und eine Menge Geld loswerden kann, liegen in derselben Nachbarschaft wie Tempel der verschiedensten Religionen. Orte der Ruhe. Deutsche Einkaufszentren können mit den hiesigen Malls nicht mithalten. Das Angebot ist unüberschaubar groß und durch den kulturellen Mix so vielfältig, dass man von australischem Sauerteiggebäck, Kleidung, Kosmetika, Technik bis zu traditioneller chinesischer Medizin alles bekommt, was man sich nur vorstellen kann. Bio, öko, konventionell, Luxusgüter, plastische Chirurgie – alles da. 

Auf der Straße begegnet man Malaien, Chinesen, Thais, Japanern, Indern, Srilankanern und einigen westlichen Touristen. Ein bunter Pott der Kulturen.

2. Wohnen: Unterkünfte in Kuala Lumpur und Kosten

Es gibt ein sehr großes Angebot an Unterkünften und wenn es nur um ein Dach über dem Kopf für ein paar Tage Sightseeing geht, wirst du schnell fündig werden. Wenn du allerdings etwas für einen Langzeitaufenthalt mit ordentlichem WIFI suchst, gestaltet sich die Sache schon schwieriger, da auf einige Punkte zu achten ist. Zum einen empfehlen wir dir wirklich etwas zu suchen, wo du nicht so direkt dem Stadtlärm ausgesetzt bist. Wir haben uns Wohnungen in der Stadt nahe einer Autobahntrasse angesehen und das war nicht auszuhalten.

In unseren ersten beiden Unterkünften im „Scott Garden”-Komplex hatten wir diesbezüglich großes Glück, doch leider stellte sich erst nach Ankunft (natürlich …) heraus, dass im Erdgeschoss Clubs sind und die Bässe bewummern einfach den ganzen Tower. Die Anlage hat die Tower A, B, C. Wir haben zuerst in Tower A und dann in Tower C gewohnt. Tower A geht gar nicht, in Tower C haben wir es noch einmal versucht, weil der Club nicht direkt darin und wir im 20. Stock waren, doch es machte keinen Unterschied. Nur in Tower B gibt es keine Clubs, doch dort war keine vernünftige Wohnung zu finden. Im Keller gibt es allerdings einen sehr guten Supermarkt („Econsave”) und sogar einen Decathlon. 

Also sind wir 500 Meter weiter in die Anlage „Exsim @ Millerz Square”, Tower „Charlton”, Stockwerk 18 gezogen. Neu, sehr schick und weiterhin nahe am Supermarkt. Der Hörtest bzgl. Verkehrslärm hatte uns eigentlich überzeugt, da die Autobahn auch ein Stück entfernt auf der anderen Seite des Flusses liegt, doch es stellte sich heraus, dass der Lärm nachts trotz Ohrenstöpsel hörbar war. Vom Tag brauchen wir ja gar nicht sprechen. Ein dauerhaftes Hintergrundrauschen. Zudem hatten wir Pech mit Nachbarn, die nachts extrem gerumpelt haben, teils bis 3 Uhr morgens und länger. Auf noch einen Umzug hatten wir verständlicherweise keine Lust mehr und so haben wir irgendwie versucht durchzuhalten. 

Ein Vorteil in diesen Towern ist, dass es mindestens einen Pool und ein Fitnessstudio gibt. Manchmal auch mehr. Im Exsim noch ein Yoga Deck, das zwar keinen Charme hatte, doch wir waren hier immer alleine und zumindest an der frischen Luft. Wir können die Anlage grundsätzlich empfehlen. Es kommt eben immer darauf an, in welchem Tower und Teil du wohnst. Die Wohnungen in diesen Anlagen werden immer von verschiedenen Anbietern betrieben. 

Gegenüber liegt zudem – neben vielen anderen Möglichkeiten zu Essen – der „K88 Foodcourt”, wo du eine riesen Auswahl an asiatischen Streetfood hast. Wir raten dazu, immer nach Glutamat zu fragen und wenn, wieviel sie nehmen und ob sie ohne kochen können. Manchmal ist so viel darin, dass du danach fast verdurstest. Vielleicht bist du sogar allergisch dagegen, doch so oder so ist das giftige Chemie, die vor allem dein Gehirn angreift.  

Kostenpunkt für Wohnungen mit ausreichend großem Bett oder 2 Betten für 2 Personen, Küche, WIFI und das alles in einem betreuten Komplex: 680€ aufwärts pro Monat bei unserer Suche! Wenn du Glück hast, findest du eine Bleibe ab ca. 500€ / Monat. Kuala Lumpur ist nicht billig. Du kannst vor Ort versuchen, bessere Preise zu bekommen, doch darauf wollte sich bei uns niemand einlassen.

3. Internet

Trotz Metropole solltest du dich als digitaler Nomade immer erkundigen, wie schnell oder langsam das Internet in der Wohnung deines Interesses ist. Es kann von 15 mbps bis 100 mbps alles sein. Wir brauchen min. 30 mbps um überhaupt irgendetwas arbeiten zu können und das dann nur sehr mühsam. Ab 50 mbps wird es schon besser und alles darüber ist wärmstens willkommen. Aus solchen Gründen sind uns bei den Buchungsplattformen auch ziemlich die Hände gebunden, da man nur bei Airbnb die Hosts kontaktieren kann. Und selbst dann fällt man noch regelmäßig auf die Nase und wird belogen.  

4. Einkaufen in Kuala Lumpur: Mega Malls 

Wenn du eine / ein Shopping-Queen oder -King bist, wirst du in Kuala Lumpur sehr glücklich werden, das verspreche ich dir. Ich werde jetzt nicht alle Mega Malls aufzählen, die Kuala Lumpur beherbergt, doch hier diese, in denen wir eingekauft haben:

4. 1. Midvalley Mega Mall

„Midvalley Mega Mall” nicht weit von unserer Unterkunft entfernt. Wir fanden diese Mall sehr angenehm, da wir dort alles bekommen haben, was wir brauchten. Von hochwertigen Lebensmitteln über gute Restaurants und Cafés bis hin zu Körperpflege bleiben keine Wünsche offen. Spezial-Tipp in der Mall: „Yin’s Sourdough Bakery & Cafe”. Hier bekommst du Sauerteigprodukte und leckeres Essen. Das Essen ist etwas teurer (für dortige Verhältnisse), doch für einen Kefir-Avocado-Smoothie kann man das schonmal investieren! Im zweiten Stock ist das Restaurant, im Foodcourt haben sie noch einen kleinen Stand mit mehr Auswahl an Broten. 

An die Midvalley Mall schließt sich die „The Gardens Mall” an, von der wir nur den Foodcourt interessant fanden. Dort befindet sich das „An Viet”, ein glutamatfreies vietnamesisches Restaurant, das wir empfehlen können. 

4. 2. NU Sentral

Die „NU Sentral”-Mall schließt sich an die gleichnamige Metro-Station an. Sie ist nicht besonders toll, doch du findest hier einen „The Body Shop”. 

4. 3. Pavilion Mall

„Pavilion Mall”, das Wahrzeichen der Stadt mit dem berühmten Hibiskus-Brunnen am Eingang. Der HIbiskus ist die Nationalblume Malaysias. Dass ausgerechnet eine Mall das Wahrzeichen einer Stadt ist spricht wohl für sich. Die Mall ist eher für den größeren Geldbeutel geeignet und einfach nur überdimensional groß. Hier wird man in einem Tag nicht fertig mit dem Shoppen und wir haben uns dort nur umgesehen. Auf dem Weg zur Pavilion Mall befinden sich weitere Malls, die allerdings nicht spannend sind. Schau unbedingt im „Lot 10 Foodcourt” vorbei (Keller). Probiere auch diese abgefahrene Eiskreation von Rollney. Es gibt natürlich verschiedene Sorten. So gut!

4. 4. Suria KLCC

„Suria KLCC” ist eine weitere Luxus-Mall in Kuala Lumpur. Sie befindet sich in den Petronas Towers im Stadtzentrum. Hier haben wir uns tatsächlich nur einmal umgesehen, denn diese Mall ist dementsprechend überlaufen. Zudem ist sie eben auf Luxusgüter ausgerichtet. Durch die Mall kommst du in den „KLCC Park”, der einen Besuch wert ist. Für einen längeren Aufenthalt oder wenn du grüne Natur suchst ist er nicht geeignet. 

4. 5. Central Market

Keine richtige Mall, doch soll hier erwähnt sein: Im „Central Market” nahe der Petaling Street kannst du allerhand Souvenirs, Kleidung und  besondere Produkte, wie handgemachte Seifen, ätherische Öle, Kupferware oder schöne Stoffe erwerben. Freitag – Sonntag findest du rund um den Markt weitere Stände mit Essen, Tüdelüt und Gedöns und Musik. Im Foodcourt empfehlen wir gleich das erste Restaurant am Eingang „Green Bowl Salad Bar”. Sie haben nicht nur Salat und verwenden kein Glutamat. In der Miso-Suppe ist allerdings welches enthalten. Bei Brühen und Soßen musst du diesbezüglich in Asien immer vorsichtig sein.

5. Lebenshaltungskosten / Wasserkosten

Abgesehen von den Mieten für Touries sind die Lebenshaltungskosten in KL nicht hoch. Wenn du selbst kochst, so wie wir, sparst du natürlich eine Menge Geld, da das im Schnitt immer noch besser ist, als dreimal täglich Essen zu gehen. Eine gute Mahlzeit bekommst du ab ca. 1,50€. In Restaurants kannst du mit Preisen ab 3€ rechnen, was dann allerdings schon günstig ist. Einkäufe haben uns im Monat ca. 200 – 250€ gekostet. Für zwei Personen und Monat ist das sehr günstig, zumal wir sehr ausgewogen und nicht nur Nudeln mit Soße essen. Wasser macht hier ebenfalls einen großen Kostenpunkt aus, da 9,5 Liter knapp 2€ kosten. Das ist teuer und diese Menge reicht uns keine zwei Tage. Manche Apartments stellen Wasserfilter bereit, doch bitte mach nicht denselben Fehler wie wir in Sri Lanka. Das Wasser wird schlicht nicht adäquat gefiltert.

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