Alcossebre

Sehenswürdigkeiten und Ausflüge in Alcossebre

Das kleine Örtchen Alcossebre hat viel zu bieten. Wir waren einen Monat dort.

Sollen wir Alcossebre als Geheimtipp bezeichnen? Aus unserer Sicht passt das, doch auch nur, weil wir im Februar dort waren und wirklich absolut nichts los war. Wir konnten das kleine Örtchen an der Costa del Azahar, autonome Region Valencia, und die umliegende Natur also in Ruhe genießen. Unser Tipp wäre dann wohl: Besuch die Küste Spaniens außerhalb der Saison, denn zur Hauptreisezeit muss das hier der Horror sein. Auch ein Grund, weshalb Spanien uns nie so angemacht hat. Wenn du allerdings Touristenmassen, Party non-stop, Beschallung mit Musik und ein Event nach dem anderen liebst, bist du hier im Sommer genau richtig.

1. Mit dem Zug von Valencia nach Alcossebre

Wie in unserem Valencia-Guide geschrieben, sind wir von dort aus mit dem Zug angereist. Das war leider nicht ganz ohne Fallstricke möglich. Von der „Estación del Norte” (Hauptbahnhof) Valencia fährt ein Zug innerhalb von 2,5 Stunden zur „Estación de tren Alcala de Xivert” im gleichnamigen Örtchen „Alcala de Xivert”. Es liegt nur knappe 15 Minuten mit dem Auto von Alcossebre entfernt, doch selbst diese kurze Strecke hat ihre Tücken, wenn man kein Auto hat. 

Zugticket pro Person knapp 11€. 

2. Anreise nach Alcossebre mit Hindernissen 

Wir haben uns vor der Anreise extra bei unserer Gastgeberin nach Bussen und Taxis ab Alcala de Xivert erkundigt. Daraufhin wurde uns gesagt, dass Busse fahren und entsprechende Fahrpläne mitgeschickt. Ebenfalls Nummern für Taxiunternehmen, die zuständig wären. In Alcala de Xivert angekommen standen wir dumm da, da die Fahrtzeiten, die für uns infrage gekommen wären (Anja hat extra nochmal explizit auf diese Zeiten hingewiesen) erst ab April gelten. Nun gut. Also haben wir die genannten Taxiunternehmen kontaktiert und niemand fühlte sich berufen, von Alcossebre auf den Berg zu fahren, um uns abzuholen. Anders herum geht das. Das soll einer verstehen. Unser Glück war, dass Martin in einer Autowerkstatt nach Hilfe suchend eine Frau getroffen hat, die sowieso runter nach Alcossebre musste. Sie hat auch noch ihren Freund mit Van kontaktiert, da ihr Auto für uns und das Gepäck zu klein war. So sind wir per Anhalter ins Dorf gekommen. Ohne die Hilfe hätten wir stundenlang auf einen Bus warten müssen und es gab nicht einmal ein Café in der Nähe.

3. Ausflüge und Sehenswürdigkeiten in Alcossebre

Wir suchen immer nach Orten und Unterkünften, die mindestens einen Monat gut für uns sind. Wir müssen uns nach der Arbeit richten und können nicht alle paar Tage weiterreisen oder umziehen. Noch nicht. Alcossebre war sofort im Rennen, da es viel Natur und damit schöne Spazier- und Wanderwege zu bieten hat. Auch das sind für uns Sehenswürdigkeiten. Wenn du Naturliebhaber bist und Wandern liebst, dann ließ weiter!

3. 1. Nationalpark und Naturschutzgebiet Sierra de Irta   

Die „Sierra de Irta” ist ein 77,44 km² großer Nationalpark, der direkt an Alcossebre angrenzt. Was sollen wir sagen – es ist SO SCHÖN dort! Wir haben im östlichen Teil des Dorfes gewohnt und konnten in 15 Minuten die Grenze des Nationalparks, der 2002 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde, erreichen. Am Ende des Dorfes führt ein sehr schön angelegter Küstenweg direkt zur Sierra de Irta. Du passierst einen weißen Leuchtturm, der aufgrund seiner weißen Farbe (naja …) und deshalb gelobt wird, weil er einer von zwei Leuchttürmen in Spanien ist, die von einer Frau erbaut wurden. Das macht ihn leider nicht schöner. Er heißt „Far de Cala Mundina”. Hinter dem Leuchtturm gelangst du an eine mini Schlucht, die du durchschreitest. Auf der anderen Seite wartet das Paradies auf dich. 

Die Sierra de Irta erstreckt sich entlang der Küste und wartet mit sehr vielen, wunderschönen, Buchten auf. Wenn du Glück hast, hast du sie manchmal für dich alleine, denn auch im Februar sind dort einige Camper unterwegs, die die Ruhe vor dem Sturm nutzen wollen. Du kannst direkt im Nationalpark also auch Campen und es gibt ebenfalls Ferienhäuser zu mieten. Diese dürften jedoch sehr hochpreisig sein. Im Inland wird sie von Bergen begrenzt, von denen mit 572 m der Pico Campanilles (oder Campanella) der höchste ist. Auf Google Maps seltsamerweise nicht zu finden. 

Die Wanderwege erstrecken sich sowohl direkt an der Küste als auch mitten durch den Nationalpark und die Berge. Es erwartet dich eine vielfältige Landschaft, die mal steppig und mal waldig ist. Die vorherrschende Baumart sind Kiefern, zwischendurch gibt es Obstbäume, auch in Form von Plantagen. Diverse Gräser, verschiedenste Palmenarten und Unmengen von Rosmarin zieren den Park. Immer wieder triffst du auf historische Überreste alter Gebäude und Türme und hin und wieder auf andere Wanderer. Zur Hauptsaison sieht das sicher anders aus. Wir empfehlen dir sehr, eine Wanderung oder auch mehrere – so wie wir – durch die Sierra de Irta zu unternehmen. Zu Fuß kommt man zwar nicht so weiß, weil sie einfach so groß ist, doch das macht nichts.

3. 2. Ermita de Santa Lucía i Sant Benet

Wenn wir schon beim Wandern sind, dann erklimme unbedingt auch den Berg, auf dem die „Ermita de Santa Lucía i Sant Benet” thront. Wir haben uns von hinten angeschlichen, da wir noch etwas mehr sehen und auf dem Rückweg den offiziellen Weg runter gehen wollten. Der „L’esfinx del temps” ist ein möglicher Orientierungspunkt für dich für unseren Wanderweg. Wir müssten auch an der „La cascada imaginaria” vorbeigekommen sein. Ein unfreiwilliger Umweg hat uns noch an eine super tolle Stelle geführt, die am Ende zwar eine Sackgasse, aber dafür umso lohnenswerter war. Wir standen vor einem atemberaubenden Bergpanorama und haben absolute Stille genossen. Für „zivilisierte” Ohren ein seltener Schmaus. 

An der Kirche angekommen kannst du den Blick über das Land genießen. Sie war geschlossen, als wir dort waren, doch da sie sehr klein ist, gibt es wohl nicht so viel zu verpassen. Den Rückweg haben wir ab hier angetreten. Auf Google Maps ist ein kleiner Weg eingezeichnet. Das ist der offizielle Pfad, der auch zügig nach unten führt. Rauf haben wir mit Trödeln und Umweg auch nicht länger als etwa 2,5 Stunden gebraucht und es ist auch für nicht-Wanderer machbar. Ein bisschen körperliche Fitness solltest do schon mitbringen. Im Sommer empfiehlt es sich, früh morgens zu starten, um der Hitze zu entgehen. 

3. 3. Strände in Alcossebre / Wanderung nach Capicorb

Kommen wir zum allerwichtigsten Punkt – den Stränden in Alcossebre. Was wir dir sagen können: Strandliebhaber werden hier absolut fündig werden! Die vielen schönen Buchten und Strände in der Sierra de Irta haben wir bereits erwähnt. Doch auch in Richtung Capicorb reiht sich ein schöner Strand an den anderen und wir haben sie alle gesehen. Capicorb ist ein winzig kleiner Ort, der sich im Westen an Alcossebre anschließt. Mehr eine Sehenswürdigkeit als ein Ort. Nimm dir an einem Tag eine kleine Wanderung dorthin vor und du wirst ebenfalls alle Strände sehen. Wobei man das gar nicht Wanderung nennen kann, denn wenn man normal läuft, ist man in gut ein bis anderthalb Stunden dort. Da wir immer auch Content generieren, haben wir länger gebraucht. 

Alle Strände, die auf der Route ablaufen kannst, siehst du auf dem Foto. Du kannst die Promenade nutzen, die in Alcossebre wirklich sehr schön angelegt ist, oder wie wir zwischen Strand und Promenade wechseln. Direkt Durchlaufen ist nicht möglich, da die Buchten durch Klippen getrennt sind. 

Mach auch Halt am „Mirador de la Roca del Moro”. Dieser Aussichtspunkt bietet einen tollen Blick über die Küste

Liste der Strände ab dem Hafen von Alcossebre bis Capicorb:

3. 5. Restaurants in Alcossebre

Im Februar verirrt sich kaum ein Tourist an die spanische Küste und so auch nicht nach Alcossebre. Für uns ein Traum. Für alle, denen es wichtig ist, möglichst viel Auswahl an Bars, Restaurants und Geschäften zu haben, eher nicht. Dennoch hatten einige Lokale geöffnet. Da wir uns die meiste Zeit am Strand aufgehalten haben, waren wir auch nur dort Schnabulieren. Das Restaurant El Palmeral Beach befindet sich direkt am Playa del Carragador und bietet gutes Essen zu guten Preisen. Wir haben nur Kuchen und Getränke bestellt, doch das hat gepasst und die Gerichte sahen gut aus. Für die Lage mit Meerblick kam es uns mehr auf die Preise an. Daneben hast du aber gleich die Wahl zwischen weiteren geöffneten Lokalitäten. 

Für Churro-Liebhaber ist das Olas de Chocolate absolut zu empfehlen. Du bekommst dort auch leckeres, hausgemachtes Gebäck von süß bis deftig. Es ist bisher der beste Bäcker, den wir in Spanien gefunden haben. Davon gibt es nämlich nicht so viele und wenn, haben die meisten nur Fabrikware, alles schmeckt gleich und vor allem gleich unspektakulär und künstlich. 

3. 6. Einkaufen in Alcossebre / Kosten für Lebensmittel

Es gibt nicht viele Supermärkte in Alcossebre. Zwei Spar und einen Consum. Der Spar bei uns ums Eck hatte saisonbedingt geschlossen, der in der Stadt war geöffnet. Wir gehen immer zu Consum, da dort die Preise tatsächlich am besten sind. 

Wir hatten uns im Vorfeld informiert, wie hoch die Lebenshaltungskosten in Spanien sind und es wurde gesagt, dass Lebensmittel dort viel günstiger als in Deutschland seien. Anfangs hatten wir auch den Eindruck, der sich jedoch mehr und mehr gelegt hat. Wir zahlen hier dasselbe, wie zuletzt in Deutschland. Vielleicht sind die Preise auch in der Zwischenzeit gestiegen. 

3. 7. Radfahren in Alcossebre

Wir hatten zwar keine Räder, doch wem das wichtig ist, der kommt auf jeden Fall auf seine Kosten. An der Küste entlang führen kleine Straßen, die auf Radfahrer ausgelegt sind. Es stehen überall Schilder, dass die Autos aufpassen und min. 1,5 m Abstand zu Radfahrern halten sollen. Radfahren wird in Alcossebre sehr unterstützt. 

Wir haben uns sagen lassen, dass das kleine Örtchen in den Sommermonaten rappelvoll ist und eine Veranstaltung die nächste jagt. Harley Davidson-Treffen, mobile Stierkampfarena (ohne Töten, „nur” zur Show …) und sonstige Touri-Bespaßung. Für die Einheimischen und auch für uns der absolute Horror. 

Du hast also die Wahl: Ruhe, Entspannung und Naturgenuss in der Neben- oder Nicht-Saison oder das volle Programm im Sommer. 

Viel Spaß in Alcossebre!

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