Für unseren ersten Trip nach Chiang Mai, dem kulturellen Hub Nordthailands, haben wir uns natürlich die Altstadt und ihre Sehenswürdigkeiten vorgenommen. In dem fast perfekten Quadrat, das das historische Zentrum der Stadt markiert, gibt es rund 40 alte Tempel zu bestaunen, doch das ist nicht alles. Die Altstadt bietet ein ganz besonderes Flair und du solltest dir wirklich die Zeit nehmen, so viel wie möglich zu Fuß abzulaufen. Doch mehr dazu im Reisebericht zu den Chiang Mai Sehenswürdigkeiten – let’s go!
1. Historie von Chiang Mai
Chiang Mai heißt übersetzt „Neue Stadt“. Gegründet wurde sie 1296 von König Mangrai, der zuvor schon Chiang Rai regiert hatte. Er suchte im fruchtbaren Tal des Ping-Flusses nach einem Platz für eine Hauptstadt, die er von Grund auf plante. Sie sollte das Zentrum seines Lanna-Königreichs werden, dessen Einfluss sich zeitweise über große Teile des heutigen Nordthailands erstreckte.

Mehrere Jahrhunderte lang blieb Chiang Mai das politische und religiöse Zentrum der Region. Später geriet die Stadt unter fremde Herrschaft und war zeitweise fast verlassen. Dann erholte sie sich und wurde wieder zum kulturellen Herz des Nordens.

Der ursprüngliche Stadtkern, die Altstadt, bildet ein beinahe perfektes Quadrat mit rund 1,6 Kilometern Seitenlänge, umgeben von einem Wassergraben. Dahinter stand eine Mauer, die vor feindlichen Angriffen schützen sollte, vor allem aus Birma. Der Grundriss folgt zugleich den Himmelsrichtungen und buddhistischen Vorstellungen von einer geordneten, heiligen Stadt.
Von der Mauer sind nur Teile erhalten geblieben, unter anderem die Tore. Das bekannteste ist das Tha-Phae-Tor im Osten. Es wurde 1985 wieder aufgebaut und gilt heute als symbolischer Eingang zur Altstadt, die um die 40 Tempel beherbergt.
2. Anreise nach Chiang Mai von Mae On aus
Du wirst wahrscheinlich direkt in Chiang Mai wohnen, doch wenn du lieber auf dem Land lebst und dir Mae On oder einen anderen Ort aus dem weiteren Umland ausgesucht hast, erfordert die Anreise Organisation. Wir wollten morgen eigentlich mit einem der gelben Sammeltaxis fahren, die an den San Kamphaeng Hotsprings starten. Angeblich ab 6:00 Uhr morgens alle halbe Stunde. Na Flöte gepfiffen. Wir haben Mitarbeiter der Hotsprings gebeten, bei dem Unternehmen anzurufen und zu fragen, ob noch ein Bus kommt und die Antwort war, dass vielleicht irgendwann ab 12:00 Uhr mittags einer fährt, aber bis dahin nicht. Wir haben bereits festgestellt, dass solche Dinge hier nicht wirklich verlässlich sind. Angeblich fährt ein Sammelvan um 6:00 Uhr morgens, doch beim Hot Springs-Sammel-Van, der das eigentlich sein sollte, teilte man uns zuvor mit, dass um diese Zeit kein Van fährt, obwohl das bei 12Go Asia eigentlich buchbar ist. Der erste Van, der sicher fährt, startet erst um 10:00 Uhr und das ist viel zu spät für eine ausgiebige Seightseeing-Tour, denn die Fahrt dauert eine knappe Stunde. Also haben wir uns mit der Maxim App ein Auto geordert. Zum Glück kam jemand, denn das ist hier oben auch nicht immer ganz sicher. Maxim ist viel günstiger als Grab und die Fahrer müssen nicht so viel abgeben, also verwende diese App für Fahrten in Thailand. Wir haben für den Hinweg 248 Bath und für den Rückweg direkt zu unserer Unterkunft, der ein ganzes Stück länger war, 268 Bath gezahlt.
3. Sehenswürdigkeiten in Chiang Mai
3. 1. Waroros Market in Chiang Mai: Sehenswürdigkeit Nr. 1
Der Waroros Market (oft auch Warorot geschrieben) unweit der Altstadt ist die zentrale Haltestelle für Busse, Taxis und Vans in Chiang Mai. Auch wir haben uns hier absetzen lassen, um erstmal den Markt zu erkunden. Er war nicht so groß, wie wir dachten, doch immer noch groß genug, um Zeit zu verlieren. Du bekommst hier viel Kleidung, Obst, getrocknete Früchte und Nüsse, Süßigkeiten, Snacks, Handgemachtes und es gibt einen kleinen Food Court. Die Angebote wiederholen sich allerdings ziemlich oft, so dass man recht schnell alles gesehen hat.


Es heißt, dass man dort zu einheimischen Preisen einkaufen kann, doch der Markt ist schon sehr auf Touristen ausgelegt und auf dem Night Market später haben wir Waren zu denselben Preisen gefunden. Also wer weiß. Schlendere durch und mach dir selbst ein Bild.
3. 2. Zu Fuß vom Waroros Market in die Altstadt
Vom Waroros Market aus läufst du etwa 15 Minuten zu einem der östlichen Eingänge der Altstadt von Chiang Mai. Es gibt immer mehrere Eintrittspforten. Auf dem Weg gibt es noch weitere Geschäfte mit traditioneller Kleidung, Taschen und Stoffen und vieles davon ist von den H’mong. Wir haben in Chiang Mai mehr solcher Läden und Auswahl gesehen als in Hoi An.



Ansonsten fanden wir den Weg jetzt nicht besonders lauschig oder schön, wobei es in südlicher Himmelsrichtung außerhalb der Altstadt auch sehr schön ist.


3. 3. Chiang Mai Sehenswürdigkeiten: Altstadt und Tempel – Wat Phantao
Mit ca. 1,6 km im Quadrat ist die Altstadt doch recht weitläufig und wir haben längst nicht alles gesehen, was wir auf unserer Bucketlist hatten. Das lag allerdings auch teils daran, dass wir aufgrund des morgendlichen Bus-Chaos später in Mae On losgekommen sind, als wir wollten. Unser erstes Ziel war der Wat Phantao, ein kleiner schwarzer Holztempel, direkt neben dem Wat Chedi Luang im Herzen der Altstadt. Er kostet keinen Eintritt, ist auf jeden Fall sehenswert und es gibt dort auf dem Gelände kostenlose Toiletten.

3. 4. Wat Chedi Luang
Der Wat Chedi Luang ist wegen seiner riesigen, teils eingestürzten, Stupa so besonders. Sie war einst das größte Bauwerk des Lanna-Reichs. König Saen Muang Ma ließ die Stupa im späten 14. Jahrhundert bauen, um die Asche seines Vaters beizusetzen.


Fertiggestellt wurde sie erst Mitte des 15. Jahrhunderts unter König Tilokarat. Je nach Quelle war sie rund 82 bis 90 Meter hoch und damit lange das höchste Bauwerk der Stadt. 1545 stürzte nach einem Erdbeben das obere Drittel ein. Heute misst sie etwa 60 Meter. In den 1990er-Jahren wurde sie mit Unterstützung der UNESCO und Japans gesichert, aber bewusst nicht vollständig aufgebaut.



Die Anlage ist insgesamt sehr schön mit ihren riesigen Bäumen, vielen Töpfen mit Lotus darin und den einzelnen mini Tempeln und Nischen. Der Eintritt kostet 50 Bath pro Person, was der Standardpreis für einige Tempel in Chiang Mai ist.



3. 5. Wat Sri Suphan
Als nächstes sind wir zum Wat Sri Suphan, dem Silbertempel gelaufen. Auf dem Weg die Prapokklao Road hinunter haben wir uns erstmal etwas zu Essen gesucht. Du findest hier wirklich sehr viele Restaurants mit guten Preisen (ab 60 Bath), doch wir haben uns genau für das falsche entschieden. Unsere thailändischen Gerichte schmeckten deutsch, was wir sehr seltsam fanden. Der Wat Sri Suphan befindet sich südlich der Altstadt und steht im traditionellen Zentrum der Silberschmiede. Es gibt einige Werkstätten, in denen du dir Ringe, Schlüsselanhänger und kleine Schildchen selbst machen kannst. Die Gegend dort ist auch sehr lauschig und angenehm. Der Wat Sri Suphan heißt Silbertempel, weil seine Ordinationshalle (Ubosot) innen und außen mit Silber-, Nickel- und Aluminiumplatten verkleidet ist, wobei das Silber auf die wichtigen Bereiche beschränkt ist. Das Gelände ist ebenfalls mit Blechen, wohl überwiegend Aluminium, gestaltet. Du kannst das Gelände betreten, der Eintritt für den Silbertempel und den Weg herum kostet 50 Bath und Frauen dürfen ihn nicht betreten. Wir haben ihn uns von außen angesehen, das hat uns persönlich gereicht.


3. 6. Wat Phra Singh Tempel
Vom Wat Sri Suphan aus sind wir dann quer durch die Altstadt ans nördliche Ende gelaufen und haben auf dem Weg noch den Wat Phra Singh besucht. Er gilt tatsächlich als der am meisten verehrte Tempel in Chiang Mai und ist eines der besten Beispiele für die Lanna-Architektur. Die Anlage ist sehr schön und nur die Haupthalle, die du auch gut von Außen einsehen kannst, kostet 50 Bath Eintritt. Seinen heutigen Namen trägt der Tempel seit 1367, als die berühmte Buddha-Statue Phra Phuttha Sihing hierher kam. Der große, vergoldete Chedi hat an allen vier Seiten Elefantenfiguren und ist wirklich sehr hübsch anzusehen.




3. 7. Wat Lok Mo Li
Außerhalb des nördlichen Endes der Altstadt steht der Wat Lok Mo Li, ein sehr schöner und mystischer Holztempel, der erstmals 1367 urkundlich erwähnt wird. Wat Lok Moli ist ein Königstempel der Mangrai-Dynastie und ist für seinen großen, unverputzten Backstein-Chedi bekannt, der 1527 oder 1528 gebaut wurde. Er ist burgähnlich und hat nicht die typische Glockenform Nordthailands. Der Viharn ist ein moderner Holzbau von 2003, der im Lanna-Stil gestaltet ist; kunstvoll gearbeitete Schlangenfiguren schmücken die Anlage. Ein amüsantes Detail in diesem Tempel, sind die ausgewiesenen Sitzkissen für Mönche und die für „people“. Tja, wir Normalbürger sind auch im Buddhismus eben nur Pöbel.


Religion (oder deren Auslegung …) schafft Teilung und Spaltung statt der Einheit, die nach außen propagiert wird. Wie beim Silbertempel angemerkt, stehen Frauen auch im Buddhismus unter den Männern, was das Gleiche ist, wie in jeder anderen Religion. Buddha hat die Ordination von Frauen zwar erlaubt (danke, sehr gnädig), jedoch nur unter besonderen Regeln, die sie den Männern unterordneten. Er hat Frauen auch zugestanden, dass sie denselben Grad der Erleuchtung erlangen können, wie Männer. Danke auch nochmal dafür …


4. Trendy Viertel von Chiang Mai: Nimmanhaemin
Vom Wat Lok Mo Li aus sind wir nach Nimmanhaemin gelaufen, dem als „trendy“ gehandelten Viertal von Chiang Mai. Es besteht grob aus 2 Längs- und 5 Querstraßen und beherbergt viele Restaurants, Cafés, Smoothie- und Eisshops, Hostels und Hotels. Wir waren am frühen Abend ab 17:00 Uhr dort und da war noch nichts los. Im Charin Pie haben wir uns einen sehr leckeren Signaturen Coconut Pie gegönnt, uns anschließend durch die Querstraßen zurück zum Start gearbeitet und sind von dort aus mit Maxim zurück in die Altstadt gefahren, um den berühmten Sunday Night Market zu besuchen.


Ein Besuch in Nimmanhaemin lohnt sich zum Schlendern, doch mehr gibt es dort dann auch nicht zu sehen.
5. Top Sehenswürdigkeit in Chiang Mai? Der Sunday Night Market
Weil wir natürlich unbedingt den Chiang Mai Night Market, oder Sunday Night Market besuchen wollten, sind wir an einem Sonntag in die Stadt gefahren. Ab 17:00 Uhr verwandeln sich einige Straßen im Zentrum der Altstadt in Marktstraßen voller Kleidung, Kunst, Gedöns, Essen, Holzarbeiten, Schmuck, Süßigkeiten, fancy Drinks und allem, was du dir nur vorstellen kannst.


Sogar die Tempelanlagen sind geöffnet und werden zu Foodcourts umfunktioniert, was dem Markt ein ganz besonderes und schönes Ambiente verleiht. So einen schönen Nachtmarkt haben wir noch nie gesehen, auch in Bangkok nicht. Er ist wirklich weitläufig (siehe Bild mit Karte) und bietet – anders als in Hoi An – nicht nur Souvenirs und zu viel unnötigen Krimskrams, sondern viel Kunst, Handgefertigtes, traditionelle Kleidung und Stoffe, Naturbekleidung, Naturprodukte und dazu noch eine riesen Menge Auswahl. Vom Essen ganz zu schweigen.


Die Vielfalt hält mit Kuala Lumpur mit, wobei es in Chiang Mai natürlich nicht so international zugeht, doch du bekommst Pizza, jedes erdenkliche thailändische Gericht und jeden Snack, riesige gebratene Seitlinge, feinstes Rindfleisch, Brownies, Käsekuchen und überhaupt viel Kuchen, Eis, thailändischen Pudding, Barbecuespieße, Fisch, Maiskolben, Insekten, Smoothies, Drinks, Säfte und alles, was ich nicht gesehen oder vergessen habe.
Die Empfehlung lautet also: Essen immer teilen und möglichst Snacks bestellen. Martin hat natürlich weit mehr probiert als ich, aber wir werden wiederkommen. Der Nachtmarkt macht wirklich Spaß, die Atmosphäre ist entspannt, ruhig und sehr besonders. Er war auch nicht brechend voll, wobei manche Abschnitte etwas gedrängt waren, jedoch nie so, dass es nervig wurde.
Die Empfehlung lautet also: Plane deinen Chiang Mai-Besuch um einen Sonntag herum, damit du das erleben kannst. Samstags gibt es noch den Saturday Night Market am südlichen Ende der Altstadt, doch der dürfte sehr viel kleiner sein.
6. Chiang Mai Sehenswürdigkeiten: Unser Fazit
Was wir an Chiang Mai besonders angenehm finden, ist die ruhige, dörfliche Atmosphäre. In der Altstadt hast du überhaupt nicht das Gefühl, in der Stadt zu sein, sondern in einem überschaubaren Dorf. Es ist sehr ruhig dort, die Luft ist nicht von Abgasen getränkt, man kann schlendern und die kleinen Gassen auf sich wirken lassen.


An jeder Ecke ist es anders und irgendwo findet sich immer ein besonders nettes Plätzchen, in das man am liebsten einkehren möchte. Außerhalb der Altstadt fanden wir Chiang Mai nicht wirklich schön oder sehenswert, da das Stadtbild dort von Hauptverkehrsstraßen, Smog und den typischen unansehnlichen asiatischen Bauten geprägt ist. Die Altstadt ist zudem auch weitläufiger, als wir kalkuliert haben, weshalb uns am Ende Zeit gefehlt hat, alles zu erkunden, was wir wollten.

Das lag allerdings auch am Besuch des Waroros Marktet und von Nimmanhaemin, die außerhalb liegen und daher Zeit beanspruchen. Die Altstadt alleine ist an einem Tag schaffbar. Wir haben in 11 Stunden 25,6 km und 25.000 Schritte zurückgelegt und trotzdem nicht alles gesehen. Viel Spaß bei deinem Besuch in Chiang Mai!



