Hochland im Norden von Kandy

Sri Lanka Scooter-Trips: Ausflüge ab Kandy (2)

Diesmal sind wir in den Osten und Norden von Kandy gefahren. Was wir im Süden erlebt haben ließt du hier. Die Landschaft und Vegetation waren hier wirklich sehr anders als südlich von Kandy. Das Hochland ist kühler und feuchter, es gibt dort viel mehr Teeplantagen und überall in den höheren Lagen blühen riesige Mimosen so schön weiß. Hinsichtlich der Natur war das wie eine Fahrt durchs Wunderland für uns. Doch leider – ich habe das bereits mehrmals erwähnt – lag trotzdem immer diese Schwere in der Luft und wir sind durch ein paar Dörfer gekommen, in denen wir uns selbst beim Durchfahren sehr unwohl gefühlt haben. 

1. Wo einen Roller mieten in Kandy?

Im vorigen Beitrag haben wir einen anderen Anbieter genommen, der diesmal ausgebucht war. Also fiel die Wahl auf einen neueren Verleih, der auch sehr gute Bewertungen hat. Guck hier wirklich immer bei Google nach. Roller für das Wochenende sind in Kandy oft schon am Dienstag ausgebucht, weil auch die Einheimischen Ausflüge machen. Auch mit dem Kandy Scooter Rental waren wir sehr zufrieden und fanden den Roller sogar besser, weil er neuer war und eine Handy-Halterung hatte. 

2. Victoria Dam östlich von Kandy

Wir wollten uns die Seenlandschaft in der Gegend ansehen, da die Seen auf der Karte sehr groß aussehen. Der Weg dorthin war wieder sehr schön, sobald wir aus dem Stadtgebiet raus waren, doch die Seen haben nicht sehr viel Wasser. Sie sind in Realität also viel kleiner als auf Maps. 

Der Victoria Dam, eine Talsperre, staut den Mahaweli Fluss, ist 122 Meter hoch und damit die höchste Talsperre in Sri Lanka. Sie ist 520 m lang und zwischen 6 und 25 m dick. Der Victoria Dam wurde von 1978 – 1985 gebaut. Er wird vom Militär bewacht und du wirst bei der Einfahrt mit samt Roller – wenn auch sehr lose – registriert. Es kostet keinen Eintritt. Dann darfst du zum offiziellen Besucherbereich fahren, wo es ein kleines Museum, ein Restaurant und natürlich einen Aussichtspunkt gibt. Die Fahrt dorthin ist kein Muss, aber mal was anderes und die Strecke ist eben sehr schön. 

3. In Richtung Norden: Huluganga Ella Waterfall und mehr

Um in die nördlichen Berge zu gelangen mussten wir ein Stück denselben Weg zurückfahren.

Unser erstes Ziel war der Huluganga Ella Waterfall im gleichnamigen Dorf. Dort angekommen fanden wir die ganze Atmosphäre sehr seltsam und bedrückend und haben uns auch überhaupt nicht wohl oder willkommen gefühlt.

Der Wasserfall kostet für Ausländer 500 Rupien Eintritt p. P., wohingegen Einheimische nur 50 Rupien p. P. bezahlen. Das empfanden wir als ziemlich krasse Touri-Abzocke und haben den Wasserfall stattdessen aus der Distanz betrachtet. Es gibt genug Wasserfälle in Sri Lanka, die frei zugänglich sind. Also warum für diesen bezahlen? 

3. 1. Hindus vs. Buddhisten: Unser Eindruck

Bis wir wieder in Gebiete gefahren sind, in denen wir uns wohler gefühlt haben, hat es etwas gedauert. In diesem Teil der Berge sind wir vielen Hindus begegnet und müssen leider sagen, dass sie uns gegenüber – im Gegensatz zu den Buddhisten – abweisend gewirkt haben. Sie haben auch nicht gegrüßt. Wir haben uns zu den jeweiligen Gläubigen ein paar Meinungen im Land eingeholt und man war sich einig, dass die Hindus eher verschlossen sind, was daran liegen mag, dass sie ständig nur mit ihrer Religion und dem karmischen Rad beschäftigt sind. Sie fürchten immerzu um schlechtes Karma, beten, opfern und fragen die Götter um Rat. Ich würde dazu gerne einmal die Worte eines wirklich erleuchteten Yogis hören, der nicht den religiösen, sondern den spirituellen Weg der Erleuchtung gegangen ist. Generell legen die Hindus ihren Glauben sehr viel strenger aus als die Buddhisten, sagten uns selbige. Auch die Tempel empfanden wir als viel mystischer und schwerer. Einfach alt. Wir finden das sehr faszinierend und ich befasse mich auch mit den hinduistischen Lehren, die sehr viel Weisheit in sich tragen, doch nach den Erfahrungen jetzt können wir sagen, dass das für uns nicht die Energie ist, die wir um uns haben möchten. Insofern, und auch wegen der gesamten Erfahrung in Sri Lanka, steht ein Besuch Indiens jetzt ganz hinten auf unserer Liste. 

Ich muss hier wirklich immerzu an Osho denken, der alles, auch seine eigenen indischen Wurzeln, auf sehr intelligente Weise kritisiert und mit ebenso intelligenten neuen Ansätzen auf den Kopf stellt.

4. Unser Ziel: Saree Ella Waterfall

Als finales Ziel dieses Tages haben wir uns den Saree Ella Waterfall ausgesucht. Auf dem Weg dorthin kommst du an den Jodu Ella Waterfalls vorbei. Wir haben sie nur vom Roller aus betrachtet. 

Der Weg zum Saree Ella Waterfall war lang und teils beschwerlich aufgrund der schlechten Straßenverhältnisse, doch er hat sich so gelohnt! Wie in der Einleitung beschrieben, hat sich die Landschaft mehr und mehr gewandelt und die Bilder können das leider nicht in der Qualität wiedergeben, in der das Auge alles erfasst. Der Wasserfall liegt auf etwa 1200 m Höhe, dort gibt es eher Nebelwald, auch viel Nadelholz und diese Mimosen – einfach herrlich!

Wir waren tatsächlich nicht alleine am Wasserfall; eine Gruppe Einheimischer war zum Baden dort. Angekommen wies Martin mich darauf hin, dass mein Gesicht schwarz vom Ruß der Abgase ist. Bei unserem ersten Trip haben wir darauf nicht geachtet, doch als ich mir mit einem Tuch das Gesicht abgewischt habe, war es schwarz. Einfach schlimm. Wir haben uns im Becken des Wasserfalls gewaschen, so gut es ging. Das Thema Smog greife ich im Abschlussartikel noch einmal auf. 

Ich lasse die Bilder sprechen. 

Der Rückweg hat uns über eine andere Bergstraße geführt, auf der wir weitere Eindrücke sammeln konnten.

Wir waren 9 Stunden unterwegs und am Ende so eines Tages schmerzt dir wirklich der Hintern. 😉 Der Tag war voller schöner Eindrücke und dennoch waren wir danach nicht so gut gelaunt, wie nach unserem ersten Trip. Die im Land erlebte Schwere hat sich einfach sehr und immer mehr über uns gelegt. 

Im nächsten Beitrag geht es weiter mit unserem Trip zum zentralen Punkt von Sri Lanka, dem Dambulla Cave Temple und nach Sigiriya. 

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