Lohnt sich Hoi An 2026 noch?

Lohnt sich Hoi An 2026 noch? Touristen-Explosion und horrende Kosten

Willkommen zurück in Hoi An! Wir haben uns entschieden nach unserem zweiten Aufenthalt in Albaniens Süden (Saranda) eine weitere Zeit in Hoi An zu leben, in das wir uns damals 2023 sofort verliebt und 13 Monate dort gelebt haben. Wir waren zwar nur anderthalb Jahre weg, doch in dieser Zeit hat sich bereits einiges in dem (ehemals) beschaulichen Städtchen in Zentralvietnam geändert. Ob das alles nur zum Guten war – darüber werde ich in diesem Artikel berichten. Lohnt sich Hoi An 2026 noch oder hat es seinen Charme und sein Flair verloren?

1. Unterkunft suchen in Hoi An 2026: Wie einfach ist es?

Wir haben ja bei unserem ersten Aufenthalt 2023 / 24 zunächst in einer sehr schönen kleinen Wohnung gelebt und sind danach in unser Haus gezogen, das wir innerhalb von 2 Wochen gefunden haben. Wir haben damals unzählige Angebote bekommen, einige Häuser angesehen und wussten dann gleich, dass wir unseren haben wollen, was auch geklappt hat. Damals haben wir für unser Haus mit zwei Schlafzimmern, einem Arbeitszimmer, kombinierter Wohnküche, zwei Bädern und kleinem Garten 11 Millionen VND gezahlt. Internet war inbegriffen, Strom und Wasser kamen extra. Was man bei der Haussuche in Hoi An beachten muss habe ich im verlinkten Artikel erklärt.

Dieses Jahr hat sich das alles sehr viel schwieriger gestaltet. Die Wohnungssuche von Saranda aus war schwierig und langwierig und lief am Ende darauf hinaus, dass die Vermieterin einer zugesagten Wohnung uns kurz vor der Abreise mit einer lahmen Aussage hängen lies. Wir sollten dieser Frau bei unser späteren Suche vor Ort noch ein paar Mal begegnen und ich habe sie am Ende mit ihren Lügen konfrontiert und entlarvt (sie wusste nicht, wer ich bin), hatte aber natürlich nur eine lahme Ausrede übrig. Lass dir gesagt sein, dass Lügen bei den Vietnamesen leider in den meisten Fällen zur Tagesordnung gehört. Ob dir diese Aussage jetzt schmeckt, oder nicht. Bevor Fehler zugegeben werden, wird lieber etwas erfunden oder Tatsachen verdreht. Wobei das bisher in fast allen bereisten Ländern unsere Erfahrung war und ich mich frage, ob die meisten Menschen generell eben unehrlich sind. Jedenfalls haben wir tatsächlich keine Bleibe mehr über Facebook-Gruppen gefunden, was wir bereits bedenklich fanden, und haben letztlich für die eine Woche zum Start ein Airbnb gemietet. Selbiges war nur teilweise für unsere Zwecke geeignet, außerdem muffig und mit zwei Baustellen vor der Tür, weshalb wir weiterhin Gas gegeben haben, um ein Haus für die geplanten vier Monate Aufenthalt zu finden. Aus der Not heraus um eine Woche zu verlängern hätte finanziell einen großen Nachteil gebracht, weil die Vermieterin selbst für dieses alte Haus einen horrenden Preis verlangt hat. Und da komme ich auch gleich zum Kern der Sache.

2. Die Preise für Häuser und Wohnungen in Hoi An sind explodiert

Die Preise hier in Hoi An für Häuser und Wohnungen sind mittlerweile irrwitzig und das sehen nicht nur wir so, sondern auch alle anderen Langzeit- oder Kurzzeit-Expats. Unser Haus von 2023 / 24 wird mittlerweile für 15 Millionen VND angeboten, was angesichts der Preise, die andere Vermieter abrufen, noch als human bezeichnet werden kann. Ansonsten bekommt man keine vernünftigen Häuser mehr zwischen 11 – 15 Millionen VND. Es geht in der Klasse mit zwei Schlafzimmern so etwa bei 17 Millionen VND los und dann bekommst du oft auch nur mangelhaften Schrott oder alles ist bereits gebucht, weil die Touristenzahlen 2025 explodiert sind. Aber dazu komme ich später.

Vermieter und auch die sog. „Agents“ hier, die einem bei der Haussuche helfen, hat die Gier gepackt und die veranschlagten Preise entsprechen in kleinster Weise mehr dem, was man am Ende bekommt. Das ist nicht nur dem plötzlichen Touristen-Boom, sondern auch Investoren aus Ha Noi und Da Nang geschuldet, die Land in Hoi An kaufen, Häuser bauen und natürlich nicht selbst darin wohnen, sondern sie teuer an Touristen vermieten.

3. Unterkunft finden in Hoi An 2026: Unsere Haus-Tortour

Wir zahlen für unser jetziges Haus, Neubau, 14 Millionen VND (grob 466 €) plus Internet und Nebenkosten, aber auch nur, weil wir hart gehandelt haben. Das war möglich, da es aufgrund einer Baustelle hinter dem Haus schon länger leer stand, die wir in Kauf genommen haben, weil sie nur noch einen Monat betrieben werden sollte. Die lauten Arbeiten waren tatsächlich nach etwa einem Monat erledigt. Woran wir allerdings nicht gedacht hatten, waren Staub, zu viele Fahrzeuge die ganze Zeit am Haus, dadurch Abgase und die ganze Unruhe nebenbei. Zudem haben wir dieses Haus auch nur genommen, weil es einfach sonst nichts gab, was unseren Anforderungen und Bedürfnissen entsprochen hat. Wir sind auch nicht bereit, die Mondpreise oder erfundenen Elektrizitätskosten hier zu bezahlen und zu unterstützen. Das Problem ist aber, dass viele unwissende Besucher oder auch viele wissentlich diese Fantasiepreise bezahlen. Klar – wir haben ja gesehen, dass man sonst kaum unterkommt. Hatten wir Glück im Unglück? Ich weiß es nicht. Wir haben jedenfalls weitere Mängel in Kauf genommen, darunter: Das Haus hat viel Glas verbaut und ist quasi ein Gewächshaus; alle Fenster sind nur einfach verglast und die meisten super dünn in Metallrahmen eingefasst, die nicht dicht abschließen. Wie das dieRegenzeit bestehen soll ist uns ein Rätsel. Dazu ist es in einer Gegend in Cam Tanh, in der unheimlich viel verbrannt wird, darunter auch viel Plastik, und Karaoke gibt es auch zu oft. Und wir dachten, wie ziehen ins schöne Grün.

4. Unterkunft in Hoi An finden mit einem Agent: Unsere Erfahrung

Wir haben diesmal auch mit Cherry Trinh, einer der Agents, gearbeitet. Sie ist hier sehr bekannt und wir kennen sie schon von damals, da wir uns mit ihr Häuser angehen haben. Wenn du mit den Agents hier arbeitest, mach dich auf Lügen und illegale Verträge gefasst. Auch uns hat es diesmal erwischt (und da habe ich damals noch einen Artikel über die Haussuche in Hoi An geschrieben …). Unser Vermieter hat nämlich gar keine Genehmigung, um das Haus zu vermieten – was ich bereits geahnt habe, aber – dadurch haben wir auch keinen legalen Vertrag bekommen. Das haben wir jedoch erst erfahren, als wir aufgrund einer Streitigkeit wegen intransparenter Stromkosten zur Polizei gegangen sind. Der Vertrag war nicht polizeilich beglaubigt, obwohl ich Cherry ganz direkt gefragt habe, ob ihr Vertrag auch legal und legit ist. Natürlich hat sie mit „ja“ geantwortet. Ich hatte ja schon geschrieben, dass du mit Lügen rechnen musst. Das Problem hierbei: Wenn es dann Schwierigkeiten mit dem Vermieter gibt, hast du keine Handhabe. Aber ehrlich gesagt ist auf die Polizei hier sowieso kein Verlass und wir wurden auch sehr unfreundlich abgewatscht. Unser letzter Monat hier ist zu diesem Zeitpunkt bereits angebrochen und wir haben uns mit harten Bandagen durch die Schwierigkeiten durchnavigiert, hoffen aber immer noch, dass wir unsere Kaution zurückbekommen, denn wir haben ja keine Handhabe und verlassen am 14. September Vietnam. Cherry hat es uns hoch und heilig geschworen, denn nachdem wir bei der Polizei waren und sie mit ihren Lügen und der Situation konfrontiert haben, ist sie sehr in ihrem Verhalten zurückgerudert. Ich schreibe den Namen übrigens ganz bewusst hier, damit du im Fall der Fälle vorbereitet bist. Der Vermieter hat immer wieder versucht, uns zu bescheißen, er war unehrlich, hat Dinge angekündigt und zurückgezogen, usw. Ein Investor aus Da Nang. Also alles in allem war das dieses Jahr eine sehr unschöne Erfahrung, die unseren gesamten Aufenthalt sehr getrübt hat.

5. Dicke Luft in Hoi An: Das Problem mit dem Verbrennen in Vietnam

Vor allem auch das viele Verbrennen finden wir furchtbar, denn es ist keine Kleinigkeit, sondern hochgiftig und krankmachend für alles und jeden. In unserer alten Gegend damals war das nicht so ein Thema. Das private Verbrennen ist in Vietnam übrigens illegal, doch natürlich interessiert das niemanden und wie ein anderer Expat angemerkt hat, sind die Vietnamesen davon besessen, ihren Mist zu verbrennen. Ist so. Hauptsache, sie können mit irgendwas irgendwo ein Feuer legen. Es ist komplett unverständlich, denn die Müllabfuhr kommt hier mehrmals die Woche und jeder muss auch eine Müllgebühr bezahlen. Es gibt also keine lahmen Ausreden, denn alles ist organisiert. Auch die Bauarbeiter verbrennen auf den Baustellen große Müllberge mit allem möglichen darauf, anstatt, dass das ordnungsgemäß abgeholt wird (manchmal passiert es, also warum nicht immer?). Und Baustellen gibt es hier leider unzählige, noch viel mehr als damals.

6. Wird Hoi An das nächste Bali? Das Problem mit den explodierten Touristenzahlen

Es kommt uns so vor. Da Bali und Thailand aufgrund verschiedener Faktoren immer unattraktiver werden, verlagert sich der Tourismus naturgemäß. Und zwar schwerpunktmäßig nach Da Nang und Hoi An. Hier kommen tatsächliche viele hin, die Koh Phangan oder Bali satt haben, oder denen es dort schlicht zu teuer geworden ist. So, und bevor jetzt wieder die Diskussion los geht, wer am Massentourismus Schuld ist und Verderben über die Länder bringt: Es sind nicht die Touristen, sondern die Regierungen! Ich bin diese Diskussion so was von leid, ehrlich. Wer macht es denn überhaupt möglich, dass immer mehr Menschen ein Land bereisen können, weil es Unterkünfte ohne Ende gibt und einfach nie ein Ende der Buchungen in Sicht ist? Die Regierung! Wer verkauft Grund und Boden, darunter auch Ackerflächen und Naturgebiete, um ein Haus oder Hotel nach dem anderen darauf zu bauen? Die Regierung! Wer hat den großen Hebel der Regulierung in der Hand, also Unterkunfts- und Besucherkontingente? Die Regierung! Kannst du dich zufällig noch an deine Kindheit erinnern, als man noch ganz frühzeitig Urlaub buchen musste, weil sonst alle Unterkünfte ausgebucht waren? Ich schon. Und z. B. in Deutschland ist das auch heute noch so. Wer zu spät kommt, der bekommt nichts mehr. In Hoi An wird gebaut, was das Zeug hält, was die Preise leider auch nicht moderat hält, sondern die Gier weiter anfeuert. Ein Insider, der hier auch eine Facebook-Gruppe für Vermieter und Suchende betreibt, hat verlauten lassen, dass er noch nie so viele Angebote für 30 – 40 Millionen VND gesehen hat, wie dieses Jahr und dass es dafür eigentlich überhaupt keine Nachfrage gibt und er sich fragt, wohin das führen soll. Alle sind für Preisbremsen und Regulierungen, weil es einfach unverhältnismäßig ist, doch das wird wohl ein Wunschtraum bleiben.

7. Bin ich auf Bali oder in Hoi An? Altstadt und Strände sind überfüllt

Es geht aber nicht nur um Unterkünfte, sondern auch um das Treiben an den Stränden und in der Altstadt. Es ist einfach voller. Damals war die Straße in An Bang noch eine dirt road, heute stauen sich am Wochenende die fetten SUVs (man fährt hier nichts anderes …), die es damals auch nur als Taxis oder in Ausnahmefällen gab. Man könnte meinen, man wäre in Canggu. Deshalb sind wir kaum noch in An Bang, sondern lieber am Tanh Tanh Beach. Allerdings wird entlang der Strecke vom ehemals so schönen Cua Dai Beach bis An Bang an mehreren Stellen der Strand komplett in umfangreichen Bauarbeiten aufgerissen, was für Gerüchte sorgt. Man munkelt, dass eine Promenade gebaut werden soll, was einfach nur furchtbar wäre. Es ist an vielen Stellen also nicht mehr schön, man kann nicht mehr durchspazieren und die Luft ist in diesen Gegenden verpestet von den Dieselabgasen der Baufahrzeuge. Leider wurde aber auch bei der schweren Regenzeit 2025 viel Strand weggerissen.

Generell ist in Hoi an sehr viel mehr Verkehr, unheimlich viele Autos (SUVs) sind unterwegs, die Straßen sind voll und verstopft und auch aus Richtung Da Nang staut es sich regelmäßig bis An Bang und an der Strecke in die Stadt. Es macht keinen Spaß mehr. Dadurch ist die Luft auch noch mehr von Abgasen getränkt als damals und wir fahren auf dem Roller nur noch mit Maske, außer, wir sind in einer Gegend ohne Verkehr und Verbrennen. Haben wir vor zwei Jahren nicht gemacht und daraus gelernt, denn unsere Lungen waren damals schon stark gereizt nach der Zeit hier. Da wir dieses Mal so viel mit Verbrennen in Berührung kommen, haben wir das Problem erneut, jedoch nicht so stark. Wir sind keine Maskenträger, doch beim Fahren bringen sie sehr viel und das ist uns allemal lieber, als unsere Lungen erneut so zu belasten.

8. Ist Social Media das Problem für den Tourismusboom in Hoi An?

Einige sind der Meinung, dass Social Media ein treibender Faktor für diese Touristenexplosion ist. Ja, das ist sicher auch zu einem guten Teil so, doch natürlicherweise verlagert sich der Tourismus ja immer dorthin, wo es noch erschwinglich und nicht so überfüllt ist. Ich kann aber auch ganz transparent sagen, dass meine Artikel zu Hoi An hier zu den bestgelesenen auf dem Blog gehören. Zusammen mit Albanien und Montenegro, wo es auch immer voller wird, vor allem in Albanien. Mir ist es aber schon immer wichtig, ehrliche Berichte mit allen Vor- und Nachteilen und Schattenseiten zu geben und keine künstlichen Hypes und Wohlfühlblasen zu kreieren. Reisen ist legitim und jeder Erdenbürger muss das Recht dazu haben. Doch wenn man öffentlich darüber berichtet, hat man auch eine Verantwortung. Nur ist das Sentiment der meisten auch so, dass sie Ehrlichkeit weder veröffentlichen (bringt weniger Reichweite), sehen noch lesen möchten und offensichtlich auch keine andere Aufgabe im Leben haben, als andere dafür niederzumachen. Passiert nicht auf dem Blog, aber auf Youtube, als wir den Kanal noch betrieben haben. Das nur am Rande.

9. Wie geht es für uns weiter? Unser Fazit für Hoi An 2026

Wir wissen die Vorzüge von Hoi An noch immer zu schätzen und es ist auch nach wie vor ein Ort, der sehr viel Convenience plus Angenehmes bietet. Zudem schätzen wir auch weiterhin unsere super lieben Kontakte hier, wie unsere Marktfrauen, die Filialleiterin im Xanh Xanh, unsere Bäckerin, meinen Physiotherapeuten Hiếu (ich werde seinen Gesichtsausdruck, als ich vor ihm stand, nie vergessen 😅) und andere. Es war so schön, als wir uns das erste Mal gesehen haben, denn sie haben uns alle erkannt und sich tierisch gefreut – das war herzerwärmend und hat uns daran erinnert, warum wir uns damals in Hoi An verliebt haben. Doch uns ist es hier einfach zu voll und unentspannt geworden und der Boom bringt eben all die genannten Nachteile mit sich, die den Vibe hier schon sehr verändert haben. Geldgier war noch nie geil und auf Überfüllung konnten wir schon immer sehr gut verzichten, das ist nichts für uns. Von daher verlassen wir Hoi An dieses Jahr mit Bedenken, wann es uns überhaupt noch einmal hierher verschlägt und auch leider ziemlicher Erleichterung darüber, dass wir bald abreisen. Hoi An, du hast weiterhin einen festen Platz in unseren Herzen, doch mit deiner momentanen Entwicklung gehen wir nicht mit.

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