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Pura Vida in Costa Rica! / Teil 1

Blick auf den Regenwald

   13. August 2021

Unsere letzte Reise – sie liegt anderthalb Jahre zurück (Dezember 2019 / Januar 2020) und dieser Beitrag ist ein Nachtrag. Da wir bis letztes Jahr nicht hauptsächlich durch die Welt getingelt sind, haben wir unsere Erfahrungen nicht verschriftlicht. Nun dürfen sie aber natürlich nicht fehlen. :-)

Als wir auf unserem Rückflug von Thailand im Flieger von München nach Hamburg saßen, habe ich mir ein Reiseprospekt angesehen, in dem ein Artikel über Costa Rica war. Ich war natürlich sofort Feuer und Flamme, da es mich sowieso auf den südamerikanischen Kontinent zieht und wir haben damals noch gewitzelt, dass wir nächstes Jahr dann nach Costa Rica fliegen. Gewünscht, getan und so haben wir unsere Reise für Costa Rica gebucht, die noch etwas länger als ein Monat sein sollte. 30 Tage um genau zu sein. Du siehst – es schlich sich bereits immer mehr Reisezeit ein. 

Alajuela – solo en la casa!

Unser Flieger landete am 30.12. abends am Aeropuerto Internacional Juan Santa Maria in Alajuela und von dort aus nahmen wir ein Uber zu unserer Unterkunft, ebenfalls in Alajuela, einem benachbarten Ort bei der Hauptstadt, der etwas netter sein sollte. Über San José selbst hatten wir nichts gutes gelesen. Ich war sofort begeistert von dem tollen Mond, der uns empfing, denn ich hatte noch nie zuvor gesehen, dass die Sichel unten liegt und nach oben geöffnet ist. Unsere Unterkunft hat leider wieder das typische Airbnb-Problem gezeigt: Nicht so, wie beschrieben. Es war jetzt kein Drama, aber ich habe mich auf eine Bleibe für uns zwei gefreut und nicht auf eine Unterkunft mit weiterer Wohnung drin und so geschnitten, dass unser Badezimmer außerhalb unseres Mini-Zimmers lag. Quasi im öffentlichen Bereich. Was wir leider in Costa Rica festgestellt haben: Die Gastgeber (zumindest unsere) werden sofort sehr ungehalten, wenn man etwas zu bemängeln hat. Spoiler Alert: Das war nicht die letzte Wohnungspanne. Aber ich sags mal so: Verkaufe mir einfach das, was du auf Airbnb zeigst, und gut ist. Sei einfach ehrlich mit deinen Angaben. Naja, es war spät, ich war genervt und wollte nur ins Bett. Der nächste Morgen sah dann schon wieder anders aus und wir haben uns erstmal aufgemacht zum einkaufen. Das nächstgelegene war eine riesige Mall (Mall internacional) im amerikanischen Stil. Völlige Überforderung, denn wir brauchten nur einen Supermarkt (alle anderen hatten schon zu wegen Sylvester) und es gab nur einen kleinen unten im Keller, der zum Glück offen hatte. Wir haben uns trotzdem in der Mall noch umgesehen, da wir auch Geld tauschen uns unbedingt etwas essen mussten. Hätte auch in den USA sein können! 

Alajuela_Costa_Rica

Unser abgeriegeltes Wohngebiet in Alajuela

Alajuela_Costa_Rica

Blick auf die angrenzenden Favelas

Außerdem mussten wir uns noch um unser Busticket nach La Fortuna kümmern, wo wir am 02.01. hinfahren wollten. Es war eine kleine Odyssee, bis wir endlich den richtigen Busbahnhof gefunden hatten. An der Central de Autobuses del Norte, der Busstation Nord, fahren die Busse nach La Fortuna. Der Mitarbeiter sagte uns, dass wir dann einfach um kurz vor neun Uhr dort sein sollen, um unser Ticket zu kaufen. So weit, so gut. Sylvester wollten wir eigentlich in der Stadt feiern, also Alajuela, und haben unsere Gastgeber auch extra noch gefragt, ob in der Stadt gefeiert wird. Jaja, wir sollen dann einfach reinfahren, da wird überall was los sein. Also bestellten wir abends ein Uber, fuhren und die Stadt und sahen – nichts. Verwundert fragten wir den Fahrer, wo denn die Party ist, und er sagte uns “solo en la casa” … also alle feiern nur im Haus. Mit der Bleibe betrügen und dann die Gäste auch noch so mies reinlegen? Wow, du kannst dir vorstellen, wie enttäuscht und sauer wir waren. Wir hatten nicht mal einen Sekt zum Anstoßen und haben dann Sylvester hinter den Gittern unseres Grundstücks in einem abgesicherten Bezirk von Alajuela verbracht. Wenigstens mit Blick auf das Feuerwerk in der Stadt. Wow! Schon seltsam im Rückblick, dass das Feiern hinter Gittern sehr prophetisch für das Jahr 2020 sein sollte. Wir hatten uns das jedenfalls ganz anders vorgestellt und waren sehr enttäuscht. 
Am nächsten Tag, ebenfalls Feiertag, wollten wir uns mal den Ort ansehen. Ich hatte mich belesen und es hieß, dass es dort nett sein sollte. Das können wir tatsächlich gar nicht bestätigen. Leider hatten auch alle Geschäfte zu, wegen dem Feiertag, doch auch sonst ist Alajuela kein Ort, an dem man länger als einen Tag Halt machen sollte. In den Straßen laufen auch sehr viele unangenehme Gestalten herum, also blieb uns nichts, als die Stunden bis zu unserer Busfahrt am nächsten Tag zu zählen. 
Mit dem Bus nach La Fortuna

Richtig gut gelaunt, da es nun endlich weitergehen sollte, fuhren wir mit dem Uber zum Busbahnhof. Um uns dann von eben diesem Mitarbeiter, mit dem wir zuvor schon gesprochen hatten und der uns gesagt hatte, dass wir heute die Tickets kaufen können, sagen zu lassen, dass der Bus voll sei. Nichts mehr frei, nada. So beginnt der Urlaub doch super! Wir haben ihn dann überredet, uns noch irgendwo reinzuquetschen, da wir auch keine Bleibe mehr haben und er hatte Erbarmen! Im Bus, der aus San José kam, konnten wir sogar noch Plätze ergattern. Ein Glück, denn etwa vier Stunden stehen bei Fahrt durch die Berge und überhaupt, das will niemand. Die Busfahrt lohnt sich wirklich, da man auf dem Weg einiges vom Land sieht. Er führt durch Gebirge und dadurch diverse Klimazonen. Wie Teneriffa auch, ist Costa Rica ein Land mit unterschiedlichen Klimazonen, was es ja auch so reizvoll macht. Züge gibt es dort nicht, also bleibt nur Auto, Shuttle oder Bus. Wir haben auch noch eine nette Bekanntschaft mit einem Reisenden aus Frankreich gemacht, mit dem wir uns in La Fortuna getroffen und auch eine gemeinsame Tour gemacht haben. JP – Grüße an Dich!

Vulkanstadt La Fortuna 

Als wir in La Fortuna angekommen sind, haben wir uns sofort verliebt. Ja, der kleine Ort ist schon sehr touristisch angelegt und man merkt auch hier den amerikanischen Einfluss sehr stark. Doch das Ambiente ist sehr angenehm und vor allem die tropische Vulkanlandschaft, in die der Ort eingebettet ist, ist einfach nur traumhaft schön. Sattes Grün überall, direkter Blick auf den Arenal Vulkan und ein entspanntes Dasein. Der Bus hält zentral im Ort, in dem alles fußläufig erreichbar ist. Unser Airbnb lag zehn Minuten Fußweg vom Zentrum entfernt in einem Wohngebiet. Die Gastgeberin hat hinter ihrem Haus einen Anbau mit drei Wohnungen angelegt. Klein und fein. Wir wurden sehr freundlich empfangen und erstmal ins Haus eingeladen. Die Wohnung hatte Bad, Bett, Küche; so, wie wir immer buchen, damit wir uns selbst versorgen können. 

Blick auf den Arenal-Vulkan in La Fortuna

Blick auf den Arenal-Vulkan

La Fortuna Costa Rica

So macht der Kaffee am Morgen Spaß

Der Arenal Vulkan ist einer der aktivsten der Welt und hatte 1968 seinen letzten großen Ausbruch, bei dem die Umgebung und auch der Regenwald an seinen Hängen komplett zerstört wurden. Wie uns bei einer Führung erzählt wurde, blieb nur der Ort La Fortuna verschont. Ich weiß nicht mehr, ob der Name deswegen oder bereits zuvor bestand. 2010 gab es einen erneuten Ausbruch mit einigen Lavaströmen. 
Blick auf den Arenal-Vulkan in La Fortuna

Blick auf den Arenal-Vulkan 

Die Zeit in La Fortuna haben wir für Touren genutzt. Eine hatten wir bereits im Vorfeld über unsere Gastgeberin gebucht, die zweite vor Ort. Die erste Tour war ein Tagesausflug mit anderen Touris (wir waren insgesamt etwa 15 Leute) durch den Arenal Nationalpark, Mittagessen, zu einem Dorf der letzten Ureinwohner Costa Ricas und dem Catarata Rio Fortuna Wasserfall. Zum Tagesabschluss ging es mit Drinks in eine der Hot Springs-Thermen in La Fortuna, die durch die heißen Quellen des Vulkans gespeist werden. Das war allerdings die super basic Version. ;-) Spaß gemacht hat es trotzdem, weil wir auf der Tour nette Menschen kennengelernt haben, mit denen wir uns gut unterhalten haben. Ich empfehle wirklich so eine Tour zu machen, denn den Arenal Nationalpark darf man ohne Guide nicht betreten. In der Vergangenheit sind dort schon Menschen verschwunden, was wohl daran liegt, dass es teils offene Schwefelbecken und kleinere Krater gibt, die wohl ab und an mal Hunger haben. 
Im Arenal-Regenwald La Fortuna

Im Arenal-Regenwald La Fortuna

Im Arenal-Regenwald La Fortuna

Im Arenal-Regenwald La Fortuna

Blick auf den Regenwald

Blick auf den Regenwald

Blick auf den Regenwald

Blick auf den Regenwald

Der Besuch bei den Indigenen wurde sehr kurz gehalten und es wird nur knapp vorgestellt, wie sie leben. Ich habe allerdings die Chance ergriffen und den Häuptling, der zu uns gesprochen hat, gefragt, ob sie hier auch schamanisch mit Trommel, Trance und Pflanzengeistern arbeiten. Er sagte dann, dass er auch der Schamane im Dorf ist und dass sie all das machen. Ich hätte so gern noch näheres erfahren, aber das geht bei so einer Tour natürlich nicht. Ihre Toten begraben diese Indigenen übrigens in ihren Häusern, damit die Ahnen auch weiterhin im Haus mitleben können. 
Dorf der Indigenen La Fortuna Costa Rica

Dorf der Indigenen La Fortuna 

Dorf der Indigenen La Fortuna Costa Rica

Ritualhütte

Gräber der Indigenen La Fortuna Costa Rica

Gräber der Indigenen in deren Häusern (zur Anschauung)

Der Weg zum Catarata Rio Fortuna führt durch Dschungel, teils steil herab und ist wunderschön. Am Ende wartet ein beeindruckender Wasserfall in dessen Becken man auch baden kann. Abends in der Therme kann man die müden Knochen und Muskeln entspannen.
Blick auf den Wasserfall La Fortuna Costa Rica

Blick auf den Wasserfall

Gleich am nächsten Tag hieß es für uns wieder früh aufstehen, da wir eine Tour in den Parque Nacional Vulcán Tenorio gebucht hatten. Die Fahrt dorthin dauert gut zwei Stunden und es hat an dem Tag geregnet wie aus Kübeln. Regenwald im adäquaten Tropenregen ist nicht ideal, aber authentisch. ;-) Zur Not kann man sich Gummistiefel vor Ort ausleihen und man sollte darauf achten, mit einem Anbieter zu starten, der sehr früh dort ist. Die Besucherzahl im Park ist begrenzt und wenn man zu spät am Eingang eintrifft kann es sein, dass man erstmal warten muss, bis Leute herauskommen. Hier könnte man auch ohne geführte Tour rein, was zu empfehlen ist. Der Park ist wunderschön und man sollte eine gewisse körperliche Fitness mitbringen, denn es geht viel bergauf und in weiten Strecken unwegsam. Das Besondere am Tenorio Park ist, dass der Fluss, der ihn durchzieht, von vulkanischen Mineralien und Schwefelquellen gespeist wird. Dadurch erhält das Wasser seine wunderschöne türkise Farbe und das Bild vom türkisen Wasserfall kennen viele sicher bereits von Instagram. Ich hatte es auch schon gesehen, wusste aber nicht, dass wir diesen Wasserfall hier finden werden. Entlang des Wanderwegs kommt man an einer Stelle vorbei, an der aus dem Flussbett Schwefel brodelt. Dort sollte man nicht zu lange stehen bleiben. 
Parque Nacional Vulcán Tenorio Costa Rica

Parque Nacional Vulcán Tenorio Costa Rica

Parque Nacional Vulcán Tenorio Costa Rica

Hier trifft normales auf mineralisiertes Wasser

Parque Nacional Vulcán Tenorio Costa Rica

Abstieg zum türkisen Wasserfall

Parque Nacional Vulcán Tenorio Costa Rica

Wunderschöner Wasserfall

Nach dem Park sind wir zu einer wunderschönen Finca mit riesigem Anwesen gefahren um erstmal Mittag zu essen. Es gab scharfe Soße mit Chillies und Zitronen aus eigenem Anbau und nach Familienrezept dazu. Sehr, sehr lecker! Das Anwesen liegt am türkisen Fluss, der sich noch weitläufig durch die Gegend schlängelt und hat somit eine private Badestelle, die für diese Tour genutzt werden darf. Dieses Angebot ist nicht in jeder Tour enthalten und ich kann leider nicht sagen, wo man es noch bekommt außer über unsere Gastgeberin. :-) Das gemeinsame Baden im Fluss war nochmal super toll und danach ging es dann zurück nach La Fortuna. Völlig geschafft, müde und überglücklich sind wir an diesem Abend wieder ins Bett gefallen. 
El Salto La Fortuna

El Salto La Fortuna

Einen weiteren Tag haben wir genutzt, um den Salto La Fortuna zu besuchen. Ebenfalls ein Tipp unserer Gastgeberin. Wir wollten eigentlich zu den heißen Quellen, doch das hat sie uns ein bisschen ausgeredet und meinte, dass man da nicht gut hinkommt, es doch viel zu heiß sei und wir lieber zum Salto laufen sollten. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass man zu den Quellen easy mit dem Uber kommt, aber egal – wir hatten leider nur vier Nächte in La Fortuna und in so einem begrenztem Zeitraum ist eben nicht für alles Zeit. Der Salto Rio Fortuna lag fußläufig von uns etwa eine halbe Stunde an der Straße entlang, die nördlich aus dem Ort führt. Es ist ein Becken mit mehreren Wasserfällen und einem sehr hoch angebrachten Tau, an dem man mit Anlauf ins Wasser springen kann. Bevor wir uns dort ins kühle Nass gestürzt haben, haben wir noch den Fluss erkundet. Es führt ein Wanderweg an ihm entlang und es gibt auch immer wieder Badestellen. Das Wasser ist wirklich eiskalt! Den Spaß mit dem Tau ins Wasser zu springen (ich schätze etwa 5 Meter vom Steilhang ins Wasser) haben wir uns natürlich nicht nehmen lassen. Einheimische und Touris gleichermaßen nutzen den Fluss als Abkühlung. Der erste Sprung hat etwas Überwindung gekostet, danach läuft es wie von selbst und macht riesen Spaß! Klare Empfehlung für diesen Ausflug sofern man eiskaltes Wasser verträgt. :-) 

Weiter zu Teil zwei.